Wie lang darf ein DOOH-Spot sein? Loop, Slot und die 6-Sekunden-Regel
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Ein Spot, der im Agentur-Meeting begeistert, läuft auf dem Screen am Bahnhof anders ab. Dort teilt er sich die Fläche mit fünf bis zehn anderen Motiven, bekommt seinen Platz im Loop und ist nach wenigen Sekunden wieder weg. Wer das beim Bauen nicht mitdenkt, zeigt draußen ein Fragment.
Die gute Nachricht: Die Regeln sind einfach. Man muss sie nur vor der Freigabe anwenden, nicht danach.
1. Slot und Loop: die zwei Zahlen, die alles bestimmen
Eine digitale Fläche spielt Motive nacheinander ab. Die Zeit, die ein einzelnes Motiv bekommt, heißt Slot. Die Zeit, bis dasselbe Motiv wiederkommt, heißt Loop. Ein typischer Loop dauert eine bis zwei Minuten, ein Slot darin meist sechs bis zehn Sekunden. In Malls oder an Bahnsteigen, wo Menschen stehen und warten, sind Slots oft länger. An der Straße, wo sie vorbeifahren, kürzer.
Der Slot ist die harte Grenze. Ein Spot, der länger ist als sein Slot, wird abgeschnitten oder gar nicht erst angenommen. Ein Spot, der kürzer ist, verschenkt bezahlte Zeit.
Test in 30 Sekunden: Vor dem Bauen die Slot-Länge beim Vermarkter erfragen und in den Dateinamen schreiben. Klingt banal, verhindert aber die häufigste Nachproduktion.
2. Die Botschaft gehört in die erste Hälfte
Niemand sieht einen DOOH-Spot von Anfang bis Ende. Der Passant blickt irgendwann hin, meist mitten im Spot, und schaut nach zwei bis drei Sekunden wieder weg. Wer den Absender oder das Angebot erst in Sekunde acht zeigt, erreicht nur die wenigen, die zufällig von Sekunde eins an hinsehen.
Deshalb gilt: Marke, Angebot und Bildidee stehen spätestens nach der Hälfte des Spots sichtbar im Bild und bleiben dort. Der Rest des Spots darf variieren, aber nichts Wichtiges mehr nachliefern.
Test in 30 Sekunden: Den Spot auf der digitalen Fläche laufen lassen und bei der Hälfte anhalten. Ist auf dem Standbild klar, wer wirbt und wofür? Wenn nicht, ist die Dramaturgie zu langsam.
3. Sechs Sekunden sind kein gekürzter Zehner
Ein häufiger Fehler: Der Zehn-Sekunden-Spot wird für die Sechs-Sekunden-Fläche einfach schneller abgespielt oder vorn und hinten beschnitten. Beides funktioniert selten. Zu schnell geschnittene Bilder liest niemand aus zwanzig Metern, und ein beschnittener Spot verliert oft genau die Einstellung mit dem Logo.
Besser ist ein eigener Sechser: ein Bild, eine Zeile, ein Absender. Ein Motivwechsel, höchstens zwei. Das wirkt auf der Fläche ruhiger und bleibt hängen.
Test in 30 Sekunden: Beide Fassungen nebeneinander auf dieselbe Fläche legen und mit dem Handy in der Hand betrachten. Welche versteht man beim ersten Hinsehen?
4. Bewegung ja, Hektik nein
Bewegung zieht den Blick. Das ist der Vorteil digitaler Flächen gegenüber Papier. Aber Bewegung, die den Text mitnimmt, macht ihn unlesbar. Ein Claim, der ins Bild fliegt, während der Passant gerade hinschaut, ist für ihn ein Wischen ohne Inhalt.
Eine bewährte Aufteilung: Das Bild bewegt sich, der Text steht. Oder: Der Text baut sich in der ersten Sekunde auf und bleibt dann stehen. Beides gibt dem Auge Zeit.
Test in 30 Sekunden: Den Spot auf der Fläche ansehen und versuchen, den Text laut vorzulesen, während er läuft. Stolpert man, stolpert auch der Passant.
5. Der Spot läuft nicht allein
Im Loop kommt Ihr Motiv nach einem anderen und vor einem dritten. Wenn alle drei mit weißem Hintergrund und roter Schrift arbeiten, verschmelzen sie zu einer Fläche. Wenn Ihr Spot dunkel beginnt und der Vorgänger dunkel endet, sieht der Passant für einen Moment einen schwarzen Screen und blickt weg.
Man kann den Loop nicht kontrollieren. Aber man kann dafür sorgen, dass der eigene Spot in der ersten Sekunde eindeutig als neues Motiv erkennbar ist: ein klarer Farbwechsel, ein deutlicher Bildaufbau, kein langsames Einblenden aus Schwarz.
Test in 30 Sekunden: Den Spot in der Vorschau direkt hinter einem beliebigen anderen Motiv starten. Merkt man den Wechsel sofort?
6. Ton gibt es nicht, Untertitel auch nicht
Fast alle DOOH-Flächen laufen stumm. Ein Spot, der aus dem TV übernommen wird, verliert damit Sprecher, Musik und oft die Pointe. Was bleibt, muss allein aus dem Bild verständlich sein. Eine Zeile Text ersetzt den Sprecher, aber nur, wenn sie groß genug ist, um aus der Entfernung gelesen zu werden.
Test in 30 Sekunden: Den Spot ohne Ton ansehen und die Vorschau auf Handygröße verkleinern. Versteht man noch, worum es geht?
Warum das vor der Freigabe geht, nicht danach
Alle sechs Prüfungen brauchen dasselbe: den Spot auf der echten Fläche, in echter Größe, im echten Umfeld, und die Möglichkeit, eine Variante schnell dagegenzuhalten. Ein Mockup-PDF kann das nicht. Es zeigt ein Standbild, und für jede Variante beginnt die Runde von vorn.
In einer Live-Simulation laden Sie den Spot hoch, wählen die Fläche und sehen ihn laufen. Slot, Standbild bei der Hälfte, Vergleich zweier Fassungen, Blick aus der Entfernung: alles in wenigen Minuten, bevor die Datei zum Vermarkter geht. Am Ende steht ein Export, den Sie so in die Freigabe geben können.